“Brauche ich eigentlich eine Webseite?”, werde ich oft gefragt.

“Nein, nicht unbedingt”, ist meine Antwort.


Eine Webseite fühlt sich für UnternehmerInnen, KünstlerInnen nach etwas Handfestem an. Wir können sie anderen zeigen und Interessierte können uns finden.

Manchmal wollen wir unbedingt ganz schnell eine Webseite aufbauen, denn wir “brauchen” schließlich ganz dringend eine.
Aber immer wenn wir anfangen wollen, sehen wir den riesen Berg vor uns und fangen dann doch nicht an.
Uns erdrückt das Gefühl der Verantwortung die Seiten mit guten Texten zu füllen.

Manchmal starten wir auch voller Tatendrang. Kommen aber nicht so richtig voran, da wir unsere Essenz bzw. unsere Botschaft nicht wirklich kennen.
Dann gönnen wir uns eine kreative Schaffenspause. Diese wird immer länger und länger und am Ende legen wir das Projekt "Webseite" auf die Seite und verschieben es auf nächste Woche, nächsten Monat, nächstes Jahr.

Ich kenne das so gut.

Meine eigene Seite ist gerade fertig geworden und ich bin mit meinem Unternehmen “Artist Leadership” nun schon mehr als zwei Jahre auf dem Spielfeld unterwegs. Nach zwei Jahren ohne Seite bzw. provisorischer Seite ist sie endlich da und ich freue mich wahnsinnig. So wie sich meine Tochter jedes Jahr so unfassbar niedlich auf den ersten Schnee freut.

Und während ich sie lese, könnte ich sie schon wieder verändern, denn in der Zwischenzeit hat sich die Welt weitergedreht. Ich habe mich weiterentwickelt, neue Menschen kennengelernt, Ideen entwickelt und wieder verworfen. Eigentlich geben wir immer nur eine Momentaufnahme unserer Arbeit und Gedankenwelt heraus. Und damit müssen wir leben können.

Auf die Frage, ob man eine Webseite braucht, antworte ich immer sehr beherzt: “Nein, nicht unbedingt". Und dazu stehe ich auch. Aus meiner eigenen Erfahrung und der meiner KlientInnen heraus kann ich sagen, dass man auch ohne Webseite sehr hohe Umsätze generieren kann.

Denn um was es wirklich geht, in der Welt der UnternehmerInnen, in der Kreativbranche, sind:
Menschliche Beziehungen, Gespräche und Glaubwürdigkeit in Form von gelebtem Marketing.

Eine Webseite scheint uns “gefühlt” leicht zu fallen. Man schreibt Texte im eigenen Kämmerlein. Jemand korrigiert sie. Dann kaufen wir ein Baukastensystem, fuchsen uns da rein und schaffen es eventuell sie, mehr oder weniger zufrieden, raus in die Welt zu bringen.
Oft “versagen” wir aber schon auf dem Weg zu den ersten Texten.
Es fällt uns leicht eine Webseite zu entwickeln, weil wir uns dann nicht weiter mit anderen Menschen auseinandersetzen müssen.
Es macht Spaß ein Fotoshooting zu organisieren, kreativ zu werden mit einem Design.
Das sind Aufgaben, die vor allem Kreativen und KünstlerInnen leicht fallen.

Worum es aber wirklich geht, ist die echte Auseinandersetzung mit sich und den Menschen um uns herum, die an dir und deinen Dienstleistungen Interesse haben könnten. Es geht um Menschen. Nur wenn wir wirklich knietief in der Materie stecken, können wir eine Seite kreieren, die über "Normal" hinausgeht und uns in unserem Potential zeigt.

Es gibt für mich ganz klare Marker, an denen wir erkennen können, wann es Zeit ist für eine eigene Webseite:

1. Wenn du ganz genau beschreiben kannst:

Wenn du es schaffst diese Sätze knackig, ohne lange zu überlegen, auf den Punkt zu bringen, dann kannst du dir Gedanken machen, wie und wann du deine Webseite auf den Weg bringen möchtest.


2. Wenn du Erfahrung in deinem Bereich gesammelt hast.

Sprich: du hast schon mit KlientInnen gearbeitet oder diese Art von künstlerischer Tätigkeit ausgeführt und dein Produkt an eine Testgruppe verkauft. Eine Webseite zu erstellen ohne vorher auf dem Spielfeld gewesen zu sein, wird dich nicht nur unnötig Geld, sondern auch Nerven und Zeit kosten. Ich kann versprechen, dass in den ersten 18 Monaten deines Businesses sich so viel verändern wird, dass man mit Korrekturen nicht mehr hinterherkommen würde.

3. Wenn du auf ein kleines finanzielles Polster zurückgreifen kannst.

Denn eine Seite professionell aufzubauen geht zwar alleine, aber sie richtig aufzubauen, mit eigenem Design nur für dich, echte Positionierung die zu dir passt und SEO, braucht man Leute um sich herum, die sich damit wirklich auskennen.

4. Wenn du mit "Unperfekt" leben kannst

Und du mit dir im Reinen sein kannst, auch wenn du ständig etwas ändern könntest, an Texten, Design...

5. Wenn du bereit bist, dich mit anderen Werkzeugen der Sichtbarkeit auseinanderzusetzen.

Das Netzwerken, das "Sichtbarwerden" mit deinen Themen ist essentiell um deine Webseiten-Präsenz zum Leben zu erwecken, denn eine Webseite ist ohne eigene Aktivität ein digitaler Friedhof.
Sprich: Gibt es eine Art der Kommunikation, die du liebst und in der du alles was du auf der Webseite schreiben würdest, auch persönlich sagen bzw. leben könntest z.B. als SprecherIn bei einem Meeting, im Gespräch mit Freunden, auf einem Blog, in Posts, in Interviews, auf einem Vlog.

6. Wenn du Lust hast zu wachsen und dich zu zeigen.

Eine gut vernetzte Webseite heißt automatisch, dass man bereit ist, sich öffentlich zu zeigen, sich auch auf eine gewisse Art angreifbar zu machen. Wenn du mit dir, deiner Aussage, deiner Mission klar bist und dich Kritik nicht sofort wie ein Fähnchen im Wind werden lässt, dann bist du bereit für dein eigenes Baby.

Bist du bereit für deine Webseite? Bei mir war es höchste Zeit. Ich habe mich nun seit 6 Monaten intensiv mit diesem Thema beschäftigt, meine Mission hinterfragt, meine Gedanken sortiert, habe mit einem Brand Strategen an der Visualisierung und an meiner Philosophie gearbeitet und mir eine Agentur (Danke QuantumLight) geleistet...

Und jetzt ist sie da. Was für eine Reise!

Schau dich um: www.SandraJanke.com

P.S.: Für meine MusikerInnen: Ein erster Gedanke, wenn du an deine geniale Webseite gehst:
Welche Funktion soll sie erfüllen und für wen soll deine Webseite sein?

Je nachdem ob sie für deine Fans und Follower oder für Agenten und OperndirektorInnen gedacht ist, wird sie anders aussehen.

Deine Community oder Fans wollen teilhaben an deiner Kunst, sie wollen mit dir fühlen und dich kennenlernen. Vielleicht wollen sie auch unterhalten werden.


Agenten & Co suchen etwas anderes. Sie suchen vor allem schnelle Infos, Kontaktdaten und Audio oder Video. Denn sie müssen oft in brenzligen Situationen schnell jemanden finden, der kurzfristig einspringt. Das heißt, hier müssen alle wichtige Informationen möglichst schnell auffindbar sein, ohne dass man sich lange durch die Seiten klicken muss. Laut "mso digital" verweilt ein Besucher übrigens häufig nur 40 bis 90 Sekunden auf einer Website. Das heißt, dass wir nur wenige Sekunden Zeit haben unsere Besucher in unsere Welt einzuladen. Ästhetik und spannende Inhalte spielen demnach ebenfalls eine bedeutende Rolle und sollten mitbedacht werden.

Übrigens verbringen User im Vergleich 50 Minuten auf Social Media Plattformen. Interessant oder?

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